Kunst-Schauplätze rund um Füssen

Die Kunst-Schauplätze und Galerien rund um Füssen im Allgäu bieten Kunst- und Kulturinteressierten viel zum Entdecken und Staunen. In den Museen und Ausstellungen kann man in die Geschichte und Kultur der Region eintauchen und zum Beispiel den ältesten bayerischen Totentanz, eine wertvolle Sammlung Lauten und Geigen, zahlreiche Kunstwerke und Original-Exponate aus der Zeit der Wittelsbacher besichtigen.

Das Kloster St. Mang und das Museum der Stadt Füssen

Jederzeit einen Besuch wert ist das Museum der Stadt Füssen, das in den barocken Prachträumen des ehemaligen Benedektinerklosters St. Mang untergebracht ist. Die prunkvoll eingerichteten und gestalteten Räume des Klosters führen die Besucher in die farbenprächtige Welt des bayerischen Barock und zeugen vom früheren Wohlstand der Benedektinerabtei. In seiner heutigen Form entstand das Kloster zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als der Architekt Johann Jakob Herkomer aus der ursprünglich unregelmäßig gewachsenen, mittelalterlichen Klosteranlage einen symmetrisch angeordneten Barockbau schuf, der nach Vorgabe der Benedektiner den Neid aller Kunstfreude erwecken, und die Stellung des Ordens als Mittelpunkt des Glaubenslebens in Füssen und der Region demonstrieren sollte. Der Glanzpunkt der Klosteranlage ist der reich stuckierte und freskierte Festsaal, der auch Kaisersaal genannt wird. Heute wird das schöne Ambiente des Festsaals oft für romantische Trauungen genutzt und alljährlich im Sommer finden hier die traditionellen Kaisersaal-Konzerte statt. Außergewöhnlich ist auch die Klosterbibliothek. Der Ovalbau besitzt ein hohes Kuppeldach und hat eine große ovale Öffnung in der Mitte, von der aus man in den Speisesaal der Mönche, der sich eine Etage tiefer befindet, hinab blicken kann. Architektonisch sollte so die Verbindung von geistiger und körperlicher Nahrung ausgedrückt werden. Des Weiteren sind im Kloster St. Mang auch das Colloquium und der Kapitelsaal sehr sehenswert.

Das Museum der Stadt Füssen präsentiert im Kloster St. Mang einige sehr interessante Ausstellungen. Eines der Highlights des Museums ist eine wertvolle, historische Sammlung von Lauten und Geigen, die man hier besichtigen kann. Füssen gilt immerhin als Wiege des europäischen Lautenbaus und im Mittelalter wurde in der Stadt am Lech die erste Lautenmacherzunft Europas gegründet. Die Bergwälder der Region lieferten die benötigten Rohstoffe für den Instrumentenbau und die ideale Lage an der wichtigen ehemaligen Römerstraße Via Claudia Augusta trug ebenfalls dazu bei, dass die Stadt Füssen im Musikinstrumentenbau eine so bedeutsame Rolle spielte. Ein weiterer Höhepunkt des Museums ist der älteste, bayerische Totentanz, der in der Annakapelle des Klosters St. Mang zu sehen ist. Er wurde im Jahre 1602 von Jakob Hiebeler erschaffen und gilt als einer der wichtigsten Monumental-Totentänze Europas. Er drückt die Ambivalenz zwischen der Lust am Leben und der Todesangst aus. Des Weiteren erfährt man im Museum viel über die lange und ereignisreiche Geschichte der Stadt Füssen. Sehenswert ist außerdem eine Computer-Animation des Schlossprojekts „Falkenstein“. König Ludwig II. - der Schöpfer des weltbekannten Schloss Neuschwanstein – erwarb die Ruine der Burg Falkenstein, um sie zu einem noch prächtigeren Schloss als Neuschwanstein umzubauen. Die Planungen dafür waren schon weit fortgeschritten, der Tod des Monarchen verhinderte jedoch die Realisierung. Wie das Schloss hätte aussehen können, kann man im Museum der Stadt Füssen sehen.

Das Hohe Schloss mit der Staatsgalerie und der Städtischen Gemäldesammlung

Hoch über der Füssener Altstadt thront auf einem Hügel das beeindruckende Hohe Schloss, das früher die Sommerresidenz der Augsburger Fürstbischöfe war und zu den wichtigsten Profanbauten der deutschen Spätgotik gehört. Es fasziniert bereits von außen durch einmalige Illusionsmalereien an den Fassaden. Die Wehrgänge, Türme und Räumlichkeiten des Schlosses sind höchst interessant. Insbesondere der Rittersaal versetzt die Besucher mit seiner prachtvoll geschnitzten Kassettendecke, den Reliefs der Mutter Gottes und verschiedener Heiliger sowie seinen seltenen Glasgemälden in Staunen und Bewunderung. Inmitten der prachtvollen Räumlichkeiten des Schlosses findet man die Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die einen guten Überblick über die Kunst im Allgäu während des 15. und 16. Jahrhunderts gibt. Auf die Besucher warten hier zahlreiche spätgotische Tafelbilder, Allgäuer Skulpturen und Gemälde. Besonders sehenswert sind das große Gemälde „Salvatore Mundi“, das die Galerie eröffnet, sowie das Stifterbild des Füssener Abtes Hieronymus Alber aus dem Jahre 1570, welches das spätmittelalterliche Füssen darstellt und auf fünf Tafeln Stationen des Lebens des Heiligen Magnus zeigt. Die dunkle Seite des Mittelalters zeigen Gemälde, welche die Pest und den Krieg thematisieren.

Die Städtische Gemäldegalerie, die sich ebenfalls im Hohen Schloss befindet, nimmt die Besucher mit in die Bilder- und Gedankenwelt des 19. Jahrhunderts. Vorrangig sind hier Kunstwerke von Malern aus der Region ausgestellt. Eine Ausstellung zeigt Werke des deutschen Malers Franz Graf von Pocci, der zu Münchner Spätromantikern gehörte und unter Ludwig II. und seinem Vater Maximilian II. wichtige Hofämter innehatte. Eine weitere Ausstellung zeigt Bilder der „Münchner Malerschule“, wie zum Beispiel das herausragende Gemälde „Die Wache“ von Carl Spitzweg.

Das Museum der Bayerischen Könige in Schwangau

Direkt am Ufer des wunderschönen Alpsees in Schwangau, in unmittelbarer Nähe zu den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau, steht seit Ende 2011 das Museum der Bayerischen Könige. Hier können die Besucher allerlei Wissenswertes über die Schlössern und  über König Ludwig II. erfahren und zudem tief in die Welt der Wittelsbacher Adelsdynastie eintauchen. In einem luxuriösen Ambiente wird mit interaktiver, moderner Museumstechnik und auf spannende und unterhaltsame Art viel Wissen über diese so bedeutende bayerische Adelsfamilie vermittelt. Die Highlights des Museums sind ein begehbarer Stammbaum der Wittelsbacher Familie sowie zahlreiche wertvolle Original-Exponate, die hier ausgestellt sind. Unter anderem kann man hier die Spielzeugfiguren und einen Mantel König Ludwigs sowie ein wertvolles Tafelservice des letzten bayerischen Königspaares entdecken. Bayern unter den Wittelsbachern, berühmte Bauwerke die durch sie entstanden sind oder das Münchner Oktoberfest sind weitere Ausstellungsthemen, die einen im Museum erwarten. Zwischendurch ermöglicht ein riesiges, 21 Meter langes Panoramafenster traumhafte Ausblicke auf die umliegende Bergwelt und die Königsschlösser. Ein zum Museum gehörendes Café sowie ein Restaurant sorgen für das leibliche Wohl. Andenken und Mitbringsel rund um die Schlösser und König Ludwig II. findet man im Museumsshop. Der Besuch des Museums der Bayerischen Könige ist eine wunderbare Ergänzung zur Besichtigung der Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Menschen, die sich für Kultur und Geschichte interessieren, kommen hier eh voll auf ihre Kosten.

Die Galerien und Kunst-Schauplätze rund um Füssen halten viele Highlights für Kunst- und Kulturinteressierte parat. Hier erfährt man viel über die Geschichte und Kultur der Stadt sowie über die traumhaften Schlösser der Region und den beliebten Märchenkönig Ludwig II.

Wir nutzen Cookies. Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung.