Sakralbauwerke in und um Füssen

In und um Füssen im Allgäu findet man zahlreiche imposante sakrale Bauwerke, die vom weit verbreiteten Glauben in der Region zeugen und künstlerisch und historisch außerordentlich interessant sind. Ob alte Klöster, Kirchen oder Kapellen – die Sakralbauten in und um Füssen sind allesamt äußerst sehenswert. Die wichtigsten davon stellen wir Ihnen nachfolgend näher vor.

Sakralbauten in der romantischen Füssener Altstadt

Wenn man durch die engen, verwinkelten Gassen der Füssener Altstadt schlendert, begegnen einen ständig alte Bauwerke, die von der ereignisreichen und langen Stadtgeschichte zeugen. Ein Sakralbau, der heute wesentlich das Stadtbild Füssens mitprägt, ist das ehemalige Benedektinerkloster St. Mang, das direkt am Ufer des Lechs steht. Der heilige Magnus, der Füssener Stadtpatron, gründete an der Stelle des heutigen Klosters im 8. Jahrhundert eine Mönchszelle und ein Jahrhundert später wurde das Benedektinerkloster St. Mang als Sitz der Bischöfe von Augsburg errichtet. Sein heutiges Erscheinungsbild in Form einer imposanten Barockanlage erhielt das Kloster allerdings erst zwischen 1696 und 1726. Der damalige Bauherr, der Abt Gerhard Oberleitner, wollte mit dem Bauwerk „den Neid aller Kunstwerke“ erwecken und die gesellschaftliche Bedeutung des Benedektinerordens als Mittelpunkt des Glaubenslebens und als Herrschafts- und Wirtschaftszentrum unterstreichen. Der Architekt Johann Jakob Herkomer schuf schließlich aus dem unregelmäßig gewachsenen mittelalterlichen Kloster einen symmetrischen Barockbau von beeindruckender Schönheit.

Prunkstück der gesamten Klosteranlage von St. Mang ist der reich stuckierte und freskierte Festsaal, der auch als Kaisersaal bezeichnet wird. Die Architektur und künstlerische Ausstattung hier hatten zum Ziel, die herrschaftliche Größe der Abtei widerzuspiegeln. Der prunkvolle, rechteckige Saal wurde mit künstlerisch höchst beeindruckenden Deckenfresken von Franz Georg Hermann ausgestattet, welche die Polarität von Kirche und Welt darstellen. Seit 1951 finden innerhalb dieses erhabenen Ambientes, jährlich zwischen Juni und September, die traditionellen Kaisersaal-Konzerte statt. Der Festsaal wird außerdem gerne und oft für Hochzeiten genutzt. Beeindruckend im Kloster St. Mang ist außerdem die Bibliothek - ein außergewöhnlicher Ovalbau mit einer hohen Überkupplung. In der Mitte dieses Raumes befindet sich eine große Öffnung, die einen Blick hinunter ins Refektorium, dem Speisesaal der Mönche ermöglicht. Mit dieser architektonischen Konzeption sollte die Einheit von geistiger ( Bibliothek) und körperlicher (Refektorium) Nahrung dargestellt werden. Das Kloster St. Mang beherbergt heute das Museum der Stadt Füssen, das hier unter anderem eine wertvolle, historische Sammlung an Lauten und Geigen sowie den ältesten, erhaltenen bayerischen Totentanz ausstellt.

Unbedingt gesehen haben sollte man auch die Basilika des Benedektinerklosters St. Mang, die Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut wurde und an eine prächtige Barockkirche erinnert. Mächtige Wandpfeiler, halbrunde römische Thermenfenster und wunderschöne Fresken und Verzierungen zeichnen sie aus. In der romanischen Ostkrypta findet man die älteste erhaltene, bayerische Freskomalerei, die aus dem Jahre 980 stammt. Die Barockbasilika St. Mang kann täglich besichtigt werden. Der Eintritt ist frei, die Pfarrgemeinde St. Mang ist aber für jede Spende dankbar.

Am Stadtrand von Füssen, direkt an der Lechbrücke, steht die zwischen 1748 und 1749 an Stelle einer zuvor abgebrannten gotischen Kirche errichtete Heilig-Geist-Spitalkirche. Sie beeindruckt schon von Weitem durch ihre bunte Rokokofassade. Der obere Teil der Fassade stellt die Heilige Dreifaltigkeit dar, und links und rechts neben dem Eingang sind die Figuren des heiligen Florian und Christopherus zu sehen. Innen drin lassen sich kunstvolle barocke Fresken- und Altarmalereien bestaunen; beeindruckend ist unter anderem das Bild des heiligen Johannes Nepomuks, dem Schutzpatron der Flößer. Die Besichtigung dieser Kirche ist ebenfalls kostenlos; Spenden werden aber gerne angenommen.

Zum 1628 gegründeten Franziskanerkloster in Füssen gehört die  kleine, aber sehenswerte Kirche St. Stephan. Hinter ihrem Chor befindet sich das Ende der weltberühmten Ferienstraße „Romantische Straße“. Die 1718 fertiggestellte Krippkirche St. Nikolaus in Füssen ist ebenfalls sehr sehenswert, unter anderem aufgrund des kunstvollen Hochaltars aus Stuckmarmor, den Dominikus Zimmermann, der Erbauer der berühmten Wieskirche, erschuf. Das Chorfresko der Kirche zeigt den heiligen Nikolaus. Lohnenswert ist außerdem ein Gang auf den Sebastiansfriedhof, auf dem sich das Ehrengrab von Domenico Quaglio, dem Erbauer von Schloss Hohenschwangau, befindet.

St. Coloman-Kirche in Schwangau

Auf freiem Feld bei Schwangau, vor dem imposanten Panorama der Schwangauer Berge mitsamt der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau, steht im Schatten einiger Bäume die Wallfahrtskirche St. Coloman – eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Bayerns. Sie wurde in ihrer heutigen Form im 17. Jahrhundert an einer Stelle, an welcher der irische Pilger Coloman im Jahre 1012 bei seiner Reise ins heilige Land eine Rast einlegte, errichtet. Der in der Barockzeit entstandene Sakralbau ist innen drin prunkvoll und künstlerisch hochwertig eingerichtet und gestaltet worden. Eine reiche Stuckdekoration überzieht die Decken und Wände des Gotteshauses. Ein Highlight ist der imposante Hochaltar mit seinem dreifachen Säulenaufbau. Hier ist auf einem Altarblatt der heilige Coloman mit der heiligen Dreifaltigkeit dargestellt. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Oktober findet das traditionelle Colomansfest statt. Reiter in Trachten ziehen dabei, auf prächtig geschmückten Pferden, bei einem Umzug von Schwangau aus zur Colomanskirche, um sich dort bei einem Gottesdienst segnen zu lassen. Einheimische und Touristen feiern anschließend das Colomansfest, das fester Bestandteil des Brauchtums der Region ist.

Wieskirche in Steingaden

Nicht weit von Füssen entfernt, in Steingaden im sogenannten Pfaffenwinkel, steht die Wieskirche. Diese prächtig ausgestattete Wallfahrtskirche gilt als eine der schönsten Rokokokirchen Süddeutschlands und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der zwischen 1745 und 1754 von den Brüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann errichtete Sakralbau wird heute jährlich von mehr als einer Millionen Menschen besucht. Die Kirche beeindruckt durch ihre architektonische Vollkommenheit und die künstlerisch hochwertige Inneneinrichtung und Gestaltung. Besondere Highlights in der Wieskirche sind das Altarbild, das vom Münchner Hofmaler Balthasar August Albrecht stammt sowie die abgeflachte und wunderschön freskierte Kuppeldecke. Mittelpunkt des Sakralbaus ist die Figur des leidenden Christus, des gegeißelten Heilands. Im Juni 1738 sah eine Bäuerin Tränen in den Augen einer Figur, die den gegeißelten Heiland darstellt. Dieses Ereignis stellt den Ausgangspunkt dar, der dazu führte, dass die Wallfahrt zum gegeißelten Heiland begann und die Wieskirche errichtet wurde. Heute lädt dieses imposante Gotteshaus zum Staunen, Beten und zur inneren Einkehr ein.

Die sakralen Bauwerke in und um Füssen sind echte Highlights für kulturell und geschichtlich interessierte Menschen, und natürlich auch für Gläubige. Das Kloster St. Mang, die Wieskirche und die Colomanskirche gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bayerns und wer in Füssen verweilt, sollte sich diese imposanten Gotteshäuser unbedingt anschauen.


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