Stadt Füssen in der Renaissance

Die Stadt Füssen erlebte in der Renaissance ihre Blütezeit und errang internationale Bedeutung, als der damalige deutsche König und Kaiser des römischen Reiches Maximilian I. seinen Regierungssitz in die Stadt verlegte und sie insgesamt bis zu vierzig mal besuchte.

Bereits im 13. Jahrhundert war Füssen eine bedeutende mittelalterliche Stadt, die damals größte im Allgäu. Ende des 15.-, Anfang des 16.- Jahrhunderts jedoch blühte Füssen richtig auf. Zu jener Zeit errichteten die Augsburger Fürstbischöfe das berühmte "Hohe Schloss", was auch heute noch als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt. Etwa zur gleichen Zeit, um 1486, wurde Maximilian der I. zum deutschen König ernannt und 1508 auch zum römischen Kaiser. Da er zeitweise seinen Regierungssitz in Füssen hatte und die Stadt oft besuchte, erlebte das gesamte Umfeld einen enormen Aufschwung. Handel und Wohlstand blühten auf. Viele bedeutende Persönlichkeiten der damaligen Zeit kamen nach Füssen - Adelsleute, Ritter, hohe Geistliche, Fürsten, Ratsherren u.v.m. - um dem Kaiser ihre Ehre zu erweisen. Dieser veranstaltete auch regelmäßig bei seinen Besuchen große Feste. Als typischer Renaissanceherrscher, der den Prunk liebte, ging es dabei hoch her. Prächtige Umzüge durch die gesamte Stadt wurden abgehalten und man veranstaltete große Ritterturniere und Spiele. Natürlich kamen auch Speis und Trank bei diesen Gelegenheiten nie zu kurz.

Besondere Bedeutung erlangte Füssen in der Zeit der Renaissance auch durch das Spezialhandwerk der Lautenmacher und Geigenbauer, das in der Stadt seinen Ursprung fand und wo 1562 auch die erste Lautenmacher-Zunft Europas gegründet wurde.

Auch heute noch findet in Füssen zu Ehren der Renaissance-Zeiten und der Kaiserbesuche Maximilians I. jährlich ein Festumzug statt, wo Menschen sich als Gaukler, Ritter oder andere mittelalterliche Gestalten verkleiden und inform von Umzügen durch die Altstadt, einem Mittelaltermarkt und jeder Menge Unerhaltungsprogrammen der damaligen Zeit gedenken. Es entsteht ein Gefühl, als hätte jemand die Zeit zurück gedreht, wenn Ritter und Gefolgsleute sich in Turnieren mit Schwertern und Äxten messen, Feuerspucker ihre Kunststücke aufführen und die Klänge mittelalterlicher Musik die Ohren verzückt. In offenen Werkstätten, lassen sich die alten Techniken der Handwerker bestaunen, die mittelalterlichen Schmuck oder andere Utensilien herstellen.


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