Füssen im Mittelalter

Rund um Füssen im Allgäu gibt es zahlreiche Burgen und Burgruinen, die an das Mittelalter erinnern, als Ritter und Burgfräulein die Gegend bevölkerten. Das Hochstift Augsburg und das Fürststift Kempten prägten das Allgäu und seine Kulturlandschaft im Mittelalter, denn die Burgen der Region dienten damals als ihre Dienststellen.

Das Mittelalter ist in und um Füssen allgegenwärtig, denn viele Burgen hier zeugen von dieser Zeit. So auch das Wahrzeichen Füssens, das hoch über der Stadt thronende Hohe Schloss, das ebenfalls ursprünglich als Burg angelegt worden war und heute als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen Bayerns gilt. Es war einst die Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Augsburg und beherbergt heute die Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und die Städtische Galerie. Die spätgotische Baugestalt des Hohen Schlosses ist bis heute nahezu unverändert bewahrt geblieben. Sehenswert sind hier zum Beispiel der mächtige Bergfried – der Wehrturm der Anlage – und der Torturm, der wie die Hoffassaden mit reichen Architektur- und Illusionsmalereien geschmückt wurde. Auch einige der Innenräume sind höchst bemerkenswert, unter anderem die sogenannten „Franzosenzimmer“ mit ihren spätgotischen Holzdecken und der prächtige Rittersaal mit seiner spätgotischen, kunstvoll gestalteten Schnitzdecke.

Auf einem Hügel über dem schönen Füssener Ortsteil Hopfen am See, findet man die Ruinen der ältesten Steinburg des Allgäus – der Burg Hopfen. Sie war Ende des 12. Jahrhunderts das Domizil eines welfischen Dienstmannengeschlechts, bevor sie in den Besitz des Hochstifts Augsburg gelangte und bis 1322 als Amtssitz des Füssener Propstes diente. Danach verfiel die Burg zusehends; im 18. Jahrhundert wurde sie als Steinbruch für den Umbau des Benedektinerklosters St. Mang ausgebeutet. Ab dem Jahr 2000 begann die Stadt Füssen mit Sanierungsmaßnahmen der Burganlage. Von der Burg Hopfen sind noch bis zu 3 Meter hohe Mauerreste erhalten und heute ist auch wieder die Gliederung der Burganlage gut erkennbar. Als früheste Steinburg des Allgäus hat die Burg Hopfen eine besondere Bedeutung, auch wenn sie heutzutage vor allem deswegen ein beliebtes Ausflugsziel ist, weil man von ihr aus traumhafte Aussichten auf die Ammergauer Alpen und die Tannheimer Berge genießen kann.

In Eisenberg bildet die Burg Eisenberg zusammen mit der Burg Hohenfreyberg ein schon von weitem sichtbares und landschaftsbeherrschendes Burgenensemble. Beide Burgen wurden während des Dreißigjährigen Krieges zerstört, inzwischen aber saniert. Bei der Burg Eisenberg handelt es sich um eine schöne und eher seltene Mantelmauerburg und die Burg Hohenfreyberg ist eine typische hochmittelalterliche Höhenburg, die als eine der letzten großen Burgneubauten des Mittelalters gilt. Unweit dieser beiden Burgruinen befindet sich die Burg Falkenstein, die höchstgelegene Burgruine Deutschlands. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Lage hoch auf dem Berg Falkenstein, gilt die Burg als imposantes Macht- und Herrschaftssymbol. Die besondere Lage war auch der Grund, warum der Märchenkönig Ludwig II. die Burgruine einst aufkaufte. Er wollte an ihrer Stelle ein weiteres Prachtschloss im Stil von Neuschwanstein errichten. Lediglich sein Tod im Jahre 1886 verhinderte die Realisierung dieses Plans.

In Reutte bildet die Burg Ehrenberg zusammen mit der barocken Festung Schlosskopf, der Ehrenberger Klause und dem Fort Claudia eines der bedeutsamsten Festungsensembles in Mitteleuropa. Die Burg Ehrenberg kann auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken und war im Mittelalter des Öfteren Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, zuletzt während des Spanischen Erbfolgekriegs Anfang des 18. Jahrhundert. Heute ist die Burgruine ein beliebtes Ausflugsziel und jedes Jahr findet bei der Burg Ehrenberg das Mittelalterspektakel  „Ritterspiele Ehrenberg: Die Zeitreise“ statt. Hier kann man spannende Ritterturniere, einen riesigen Mittelaltermarkt, prächtige Umzüge mit Rittern und aufwendig geschmückten Pferden, Feuerwerke, Konzerte und vieles mehr erleben. Das Mittelalterspektakel in Ehrenberg ist Europas größtes historisches Event seiner Art und zieht jährlich tausende Besucher an. Spannende Geschichten rund um das Leben der Ritter erfährt man außerdem im Europäischen Burgenmuseum, das in Ehrenberg beheimatet ist.

Auch das bekannte Schloss Hohenschwangau war früher im 12. Jahrhundert eine Burg. Sie diente den Edlen von Schwangau als Domizil. Erst im Jahre 1832, nachdem Maximilian II. die inzwischen zur Ruine verkommene Burg aufgekauft hatte, wurde sie im neugotischen Stil zu einem romantischen Wohnschloss umgebaut. Danach lebte Maximilian II. hier zusammen mit seiner Gattin Marie und seinem Sohn Ludwig II. zu weiten Teilen des Jahres. Direkt gegenüber von Schloss Hohenschwangau steht das weltbekannte Schloss Neuschwanstein, das König Ludwig II. als Ideal einer mittelalterlichen Burg errichten ließ. Das Schloss, das innen drinnen prächtige Säle mit allerlei Kunstschätzen und viel Gold und Samt beherbergt, zählt heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und zieht jährlich weit über eine Millionen Besucher aus aller Welt in seinen Bann.

Wer sich für das Mittelalters und für Ritter und Burgen interessiert, kommt rund um Füssen voll auf seine Kosten. Hier gibt es viel aus der spannenden Zeit des Mittelalters zu entdecken.

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